RFID im Einzelhandel erfolgreich etablieren – Gastartikel von Ina Rosiak

Seit etwa 10 Jahren sagt man der RFID-Technologie einen großen Boom voraus. Die Logistik und der Handel würden revolutioniert und neue Möglichkeiten der Effizienz geschaffen werden. Jedoch hat sich seit 2005 im Handel, im Hinblick auf die Möglichkeiten und Benefits, die RFID dem Markt bieten könnte, wenig getan. Ein vorrangiges Argument gegen RFID im flächendeckenden Einsatz sind die Kosten der Einführung. Die prognostizierte Preissenkung von RFID-Tags um 10% pro Jahr, ist nicht eingetreten. Weiterhin hinderlich für die Einführung sind ungeklärte Datenschutz-Richtlinien. Verbraucherschützer befürchten großflächig erhobene, empfindliche und vor allem personenbezogene Daten. Die hohe Fehleranfälligkeit in Pilotprojekte, die auf eine unausgereifte Technologie hindeuten, lassen die Hürde der Einführung derzeit für unüberwindbar erscheinen.

Jedoch ist vor allem die Skepsis des Handels besonders hinderlich für eine schnelle Entwicklung. Erschreckend viele Prozesse werden im Handel noch manuell ausgeführt. In Zeiten von Excel und Datenbanken, von ausgeklügelten Warenwirtschaftssystemen und Prozessoptimierungsprogrammen, ist es doch erstaunlich Warenbestellungen mit Papierlisten, nach Ermessen der Mitarbeiter zum Lieferanten zu faxen. Es ist nur schwer abzuschätzen, wie hoch die Kosteneinsparungen ausfallen durch eine Umstellung auf automatisierte Prozesse. Doch auch bei einer guten Kostenberechnung ist das generelle Interesse an Umstellungen vielerorts nicht besonders hoch.

Es sind drei grundlegende Schritte, die der Handel, gehen könnte um die Technologie aktiv voran zu bringen und den Nutzen schrittweise zu maximieren:

1) Gewöhnungsphase für Händler: Nach Vorbild einiger Lebensmitteleinzelhändler ist die Einführung von RFID im ersten Schritt auf Ebene großer Losgrößen sinnvoll. Ganze Paletten werden hierbei mit einem passiven, aber beschreibbaren RFID-Tag ausgestattet. Auf dem RFID-Tag werden alle Informationen entlang der Wertschöpfungskette gespeichert, wie Produktionsinformationen, Datum und Uhrzeit der einzelnen Stationen, Temperatur, Mindesthaltbarkeitsdatum, Mengen, etc. In dieser Phase können sich alle Teilnehmer auf RFID in der Logistik einstellen, die Kommunikation entlang der Wertschöpfungskette wird entwickelt, die Technologie erprobt und auf Fehleranfälligkeit getestet. Diese Einführung ist vergleichsweise günstig, und sehr effektiv.

2) Gewöhnungsphase für Kunden: Im weiteren Schritt werden passive, nichtbeschreibbare RFID-Tags, ausgestattet mit einer international eindeutigen Nummer (EPC), auf den einzelnen Artikeln angebracht. Nun können die Daten der Tags auf den Paletten den einzelnen Artikeln direkt zugeordnet werden. Der Kunde kann von der Technologie durch bandfreie Kassen und ähnlichen Features profitieren, und sich so an die Technologie gewöhnen. Da die Tags nicht beschreibbar sind, können darauf auch keine Kundendaten gespeichert werden. Das schwächt die Argumente der Datenschützer. Durch die Kombination von Tags auf großen Losgrößen und den Tags auf den einzelnen Artikeln kann die Fehleranfälligkeit der Technologie mittelfristig reduziert werden. Denn die Technologie kann im laufenden Prozess optimiert werden, ohne das operative Geschäft stark zu beeinträchtigen.

3) In der letzten Phase kann die Technologie für das Unternehmensmarketing verwendet werden. Der Kunde hat RFID in dieser Phase akzeptiert, und ist auch bereit den Nutzen für sich weiter auszubauen. Laufprofile, Kundenkarten und persönliche Angebote reduzieren den Streuverlust von allgemeinen Marketingaktivitäten.

An dieser Stelle lade ich herzlich dazu ein, an meiner Umfrage zum Thema „Kundenzufriedenheit im Supermarkt“ teilzunehmen. Im Rahmen meiner Bachelorarbeit untersuche ich die Auswirkung von RFID auf die Kundenzufriedenheit. Vielen Dank für die Teilnahme!

RFID im Einzelhandel - Quelle: Flickr, Walmart Corporate, CC BY 2.0

RFID im Einzelhandel – Quelle: Flickr, Walmart Corporate, CC BY 2.0

Advertisements

Eine Antwort zu “RFID im Einzelhandel erfolgreich etablieren – Gastartikel von Ina Rosiak

  1. Pingback: Die 10 meistgelesenen NFC-Artikel aus 2015 | CNM-Hannover | NFC·

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s