Google akquiriert Softcard (ISIS) gegen Apple Pay

Bislang ist das Mobile Payment Angebot von Google kein wirkliches Erfolgsmodell. Bereits 2011 als Google Wallet in den USA gestartet, liegen die Nutzerzahlen nach wie vor deutlich hinter den Erwartungen aller zurück. Immer wieder gab es in der Vergangenheit Unstimmigkeiten mit Partnern, Akzeptanzstellen im stationären Handel wurden zurückgefahren, Smartphone-Freigaben nicht erteilt etc. Grund hierfür war vielfach auch die Sorge davor, dass Google mit einem Bezahlsystem, dessen Erlösmodell auf der Auswertung der Nutzer- und Zahlungsverkehrsdaten basiert, eine zu mächtige Position in der mobilen Wertschöpfungskette erlangen würde.

Doch mit Apple Pay hat nun ein ganz anderes Unternehmen die Mobile Payment Krone an sich gerissen und gewinnt täglich mehr und mehr Kunden. Kaum eine Woche vergeht ohne Meldungen über neue Partner aus dem Banken- und Handelsumfeld, die ihren Kunden zukünftig ebenfalls Apple Pay anbieten möchten. Allen Zweifeln zum Trotz lässt sich also sagen: Mobile Payment funktioniert erfolgreich! Nicht nur operativ-technisch, sondern auch strategisch in kompetitiven Märkten. Und erfolgreiches Mobile Payment kommt von Apple!

Konkurrent Google sieht sich damit in der Defensive und plant nun offenbar den Gegenschlag mit der angedachten Übernahme von Softcard für rund 100 Millionen US-Dollar. Softcard ist ein Joint Venture der drei Telekommunikationsanbieter AT&T, Verizon und T-Mobile und dürfte vielen FinTech-Interessierten noch als ISIS bekannt sein. Verständlich, dass dieser Name seit Sommer letzten Jahres nicht mehr haltbar war. Mit der Übernahme eines der größten Mobile Payment-Wettbewerber würde sich Googles Marktposition folglich schlagartig verbessern. Allerdings hatte es auch Softcard in der Vergangenheit nicht immer einfach und konnte erst 2014 erste Achtungserfolge durch die hochintensivierte Kundenakquise vorweisen.

Für Google ist und bleibt das Thema Mobile Payment von strategischer Relevanz, will man die Kunden auch am stationären POS für die zahlende Werbekundschaft erreichen. Die nächsten Wettbewerber heißen dann Amazon und Facebook, von China-Riesen wie Alibaba & Co. ganz zu schweigen. 2015 wird demnach für alle etablierten und künftigen Wallet-Betreiber ein spannendes Jahr. Allerdings gehen wir davon aus, dass der Markt sehr wohl eine Vielzahl unterschiedlicher Wallet-Anbieter halten kann. Wichtig ist allein, dass jedes Payment-System auf einem technisch kompatiblen Standard basiert. Und im Bereich Proximity-Payment heißt dieser Standard NFC.

Mehr Informationen zu NFC auf CNM-Hannover und TechCrunch.

Übrigens: Das CNM finden Sie jetzt auch bei Facebook!

Google gegen Apple Pay - Quelle: Flickr, denebola2025, CC BY 2.0

Google gegen Apple Pay – Quelle: Flickr, denebola2025, CC BY 2.0

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