Das NFC-Smartphone als Reisebüro – Gastartikel von Michael Tworek, Gemalto

Viele Reisende kennen das Dilemma: Auf der Suche nach der perfekten Verbindung zum Zielort müssen unzählige Preise verglichen, Fahrzeiten geprüft und verschiedene Verkehrsmittel unter die Lupe genommen werden.

Dazu gibt es diverse Webseiten und Apps verschiedener Anbieter – angefangen bei den öffentlichen Verkehrsbetrieben, über Mietwagenverleiher bis hin zu Car- oder Bike-Sharing Diensten. Bei vielen dieser Services muss sich der Reisende identifizieren, um Tickets mobil zu kaufen oder Autos auszuleihen. Die NFC-Technologie könnte diesen Prozess zukünftig wesentlich vereinfachen und das Smartphone zu einer Schaltzentrale für die urbane Mobilität machen. Aber wie kann NFC genau bei der Reisebuchung und -durchführung helfen?

Hat sich der Reisende für die ideale Route und den perfekten Mix aus den zur Verfügung stehenden Verkehrsmitteln entschieden, geht es an die Buchung. Über das Handy lässt sich das bei den meisten Anbietern schnell und bequem von unterwegs erledigen. Dazu müssen die Nutzer ihre persönlichen Daten und die Zahlungsdetails eingeben. Mit Hilfe der NFC-Technologie lassen sich diese sensiblen Benutzerdaten auf ein spezielles sicheres Element im Handy speichern. Das kann beispielsweise die SIM-Karte eines NFC-fähigen Smartphones sein. Damit sind die Daten vor unbefugten Zugriffen oder Malware geschützt.

Sobald die Transaktion sicher durchgeführt und abgeschlossen ist, erhält der Kunde einen Token zur Identifikation. Das kann ein virtuelles Ticket oder ein Code sein. Damit kann der Nutzer beispielsweise das gemietete Auto öffnen oder die U-Bahn betreten.

Die Vorteile von NFC und Mobile Ticketing liegen in der Einfachheit der Nutzung. Nur ein Klick auf den Bildschirm des Smartphones genügt, um Zugang zum Car-Sharing zu bekommen oder um dem Taxifahrer zu zeigen, dass die Fahrt im Vorfeld bezahlt wurde. In Hongkong ist das heute schon Realität, aber auch in Großbritannien, Frankreich und Nizza gibt es mit der “Oyster Card”, dem “Pass Navigo” oder mit “Cityzi” entsprechende Beispiele. In Zukunft könnten Benutzer mit einem weiteren Klick auch die Tasse Kaffee oder das Croissant am Bahnhof mit dem Handy bezahlen.

NFC verbindet verschiedene Apps und Funktionen miteinander – das macht die Reisebuchung und -durchführung nicht nur einfacher sondern auch sicherer. Gerade weil es in Deutschland ein großes Sicherheitsbewusstsein gibt, könnte sich die Technologie in diesem Bereich schnell etablieren. Damit NFC auch in hierzulande ein Erfolg wird, ist aber auch die Zahl der Anwendungen entscheidend. Je mehr Einsatzmöglichkeiten es für NFC gibt, desto eher können sich Kunden für die Technologie begeistern.

Dazu müssten Marktteilnehmer aus verschiedenen Bereichen stärker zusammen arbeiten: angefangen bei Telekommunikationsdienstleistern über Banken und Automobilhersteller bis hin zu Einzelhändlern und Anbietern von öffentlichem Nahverkehr. Um nachhaltigen Fortschritt zu erzielen, ist es entscheidend, dass sich die beteiligten Unternehmen auf eine Technologie zur Umsetzung von NFC einigen. Dann könnte nicht nur die Zahlung per Smartphone sondern auch das „Aufschließen“ eines Autos schon in etwa 3 Jahren Realität sein.

Das NFC-Smartphone als Reisebüro - Quelle: Flickr, Fidel Ramos, CC BY-NC-SA 2.0

Das NFC-Smartphone als Reisebüro – Quelle: Flickr, Fidel Ramos, CC BY-NC-SA 2.0

Über den Autor: Michael Tworek (XING), 47 Jahre, verheiratet, 2 Kinder. 1992 Abschluss als Diplom-Ingenieur Maschinenbau an der Ruhr-Universität Bochum. Nach 8 Jahren in der Fabrikautomatisierung seit dem Jahr 2000 bei Gemalto (www.gemalto.de, bis 2006: Gemplus) in verschiedenen Vertriebs- und Managementfunktionen tätig. In den letzten 2 Jahren aktiv in der Marktstimulation von NFC-Applikationen.

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