RFID-Chip bald unter der Haut – Hoffentlich nicht!

In 10 Jahren tragen 20 Prozent aller Europäer einen RFID-Chip unter der Haut. George Orwell hat mit seinem, bereits 1949 erschienenen, Roman ‚1984‘ vor einem solchen Szenario gewarnt und laut dem IT-Magazin CIO soll es also bald soweit sein. Und da junge Menschen ohnehin leichtfertig mit ihren persönlichen Daten umgehen, wird sich an dieser Entwicklung auch niemand stören. Bleibt zu hoffen, dass dem nicht wirklich so ist und dass Regierungen und Datenschutzverbände niemals leichtfertig das Recht mündiger Bürger auf informelle Selbstbestimmung verspielen.

Worauf wir im Kontext von RFID und Datenschutz gerne hinweisen: NFC ist nicht RFID! NFC ist ein Kommunikationsprotokoll, das einen Datenaustausch zwischen aktiv wie passiv betriebenen, mobilen Endgeräten ermöglicht. Die Radio Frequenz (RF-) Technologie bestimmt dabei lediglich die Trägerfrequenz und mit IDentifikation im ursprünglichen Sinne geht NFC ebenfalls nicht einher. Genauso könnte man behaupten: Das Internet besteht aus Kupfer und Glasfaser. Auch diese Definition greift wohl etwas kurz.

Zudem ist die Reichweite von NFC mit wenigen Zentimetern deutlich geringer als bei RFID-Systemen, die mehrere Meter überbrücken können. Ein automatisches, unbemerktes Erfassen einer Person, zum Beispiel beim Betreten eines Bahnhofs, Restaurants oder Krankenhauses, ist mittels NFC folglich nicht möglich. Hinzu kommt: Das NFC-Smartphone oder eine kontaktlose Kreditkarte kann, muss man jedoch nicht aktiviert und permanent bei sich tragen. Beim subkutanen RFID-Chip gestaltet sich die Wahl deutlich schwieriger.

Insgesamt dient NFC dementsprechend vielmehr dem Verbraucher zum Consumer Empowerment und als leicht beherrschbare Schnittstelle zur digitalen Umfeld. Gegebenenfalls lässt sich das NFC-Handy noch als RFID-Scanner einsetzen, um zum Beispiel versteckt angebrachte RFID-Chips zu erkennen. Die Reichweite von NFC bleibt jedoch gering und die gespeicherten Daten auf dem RFID-Etikett werden – hoffentlich – nicht ohne Weiteres auslesbar beziehungsweise interpretierbar sein.

Mehr Informationen zu NFC auf CNM-Hannover und CIO.

RFID-Chip bald unter der Haut - Hoffentlich nicht! - Quelle: Flickr, Nadya Peek, CC BY 2.0

RFID-Chip bald unter der Haut – Hoffentlich nicht! – Quelle: Flickr, Nadya Peek, CC BY 2.0

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