NFC, BLE und iBeacon – Was ist echt und was nur Marketing?

Manch Headline klingt schon sehr martialisch: ‚NFC ist tot, es lebe iBeacon‘ oder ‚Mit iBeacon läutet Apple den Untergang von NFC ein‘ oder ‚iBeacon versetzt NFC den Todesstoß‘. Diese und andere Überschriften machen derzeit im Internet die Runde. Dabei müssen es gar nicht nur Apple Fanboys sein. Auch ansonsten neutrale Blogs und Tech-Magazine greifen das Thema gerne auf und sorgen für Stimmungsmache im Mobile Payment-Umfeld. Doch was ist dran an den Behauptungen und was steckt dahinter?

Zugegeben, wir Autoren hier beim CNM sind eher Pro-NFC. Und doch wissen wir, das NFC keine eierlegende Wollmilchsau ist und die geschürten Erwartungen in der Vergangenheit nicht immer erfüllt werden konnten. Dies zeigt sich gerne beim Thema Contactless Payment. Nun soll mit iBeacon alles besser werden. Doch halten wir zunächst fest: Weder NFC, noch iBeacon sind reine Bezahltechnologien. Aber: Beide können zum Bezahlen genutzt werden, jedoch jeweils mit systemspezifischen Vor- und Nachteilen und kein Ansatz ist technisch-ökonomisch perfekt.

Folglich hat sogar Apple aus Gründen, die wir bereits ausführlich diskutiert haben, bislang Abstand davon gehalten, eine eigene Mobile Payment-Lösung anzubieten. Apple Passbook ist eher Wallet als Payment und auch iBeacon wurde eher still und leise eingeführt. Dabei ist iBeacon außerhalb der Mobile Payment-Welt für Anbieter durchaus eine sehr attraktive Option.

iBeacon basiert auf Bluetooth 4.0. Enthalten ist der Protokollsatz Bluetooth Low Energy, abgekürzt BLE. Bluetooth LE ist eine sehr smarte, leistungsfähige Technologie und sinnvolle Weiterentwicklung des Bluetooth-Standards, der Ende der 1990iger Jahre konzipiert wurde. Für Werbung, Location Based Services und Infotainment werden wir bald mehr von iBeacons als Ergänzung zur Technologien wie NFC hören. Aber nicht unbedingt in Sachen Payment.

Denn nur NFC ermöglicht eine (vergleichsweise) sichere 1zu1 Verbindung zwischen Smartphone und Kassenterminal. Wichtig beim Thema Bezahlen und notwendig, um in der Bundesrepublik einer behördliche Zulassungsprüfung standzuhalten. Zudem findet NFC mehr und mehr Einzug an den Point of Sale. Mpass, das NFC-Angebot von o2, ist mittlerweile in 30.000 Geschäften einsetzbar. MasterCard und VISA arbeiten mit Hochdruck daran, die Zahl der Akzeptanzstellen für kontaktlose Bezahlangebote weiter zu erhöhen.

Natürlich ist Apple ein einzunehmender Player im Mobile Business beziehungsweise Mobile Payment Ökosystem. Mit über 600 Millionen aktivierten iTunes-Konten und vielen Milliarden US-Dollar in der ‚Kriegskasse‘ wäre Apple – mit und ohne PayPal – wohl durchaus in der Lage, eine mobile Bezahllösung auf die Beine zu stellen. Warten wir also ab, was die Zukunft bringt.

Doch das, was die Nachrichtenlage im Internet bezüglich iBeacon vs. NFC derzeit widerspiegelt, hat wenig mit der Realität zu tun. Es ist vielmehr der angestaute Frust der vergangen Jahre über Stillstand in der Karten-Branche sowie das erste Maßnehmen auf den Hype Cycle, den jede Technologie irgendwann durchläuft. Und auch hier ist NFC bereits ein ganzes Stück weiter.

Mehr Informationen zu NFC auf CNM-Hannover sowie:

NFC, iBeacon und BLE im Google Trend Vergleich

NFC, iBeacon und BLE im Google Trend Vergleich

Advertisements

Eine Antwort zu “NFC, BLE und iBeacon – Was ist echt und was nur Marketing?

  1. Pingback: NFC braucht dringend mehr PR | CNM-Hannover | NFC·

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s