Einsatzmöglichkeiten von NFC im Handel – Gastartikel von Philipp Demeter

Trendforscher prognostizieren immer wieder eine bargeldlose Zukunft. Es gibt verschiedene Technologien, durch die Cashless Payments realisiert werden können. Eine davon ist auch Near Field Communication. Im Gegensatz zu anderen Techniken ermöglicht NFC jedoch die Möglichkeit ein komplettes Ökosystem aus Transaktionen, Loyalty-Diensten und Angeboten zu realisieren. Neben dem Payment-Bereich bietet vor allem das Marketing ein breites Feld an Anwendungsmöglichkeiten für NFC. Dazu zählen Loyalty, Coupons, Check-In und Social Media Integrationen.

Loyalty, im deutschen Sprachgebrauch auch Loyalität oder im ökonomischen Kontext Marken- bzw. Geschäftstreue, bezeichnet die freiwillige Treue eines Kunden zu einem Produkt oder einem Geschäft. Durch den Einsatz von NFC-Technik können Loyalty-Prozesse optimiert werden. Viele Handelsunternehmen haben Loyalty-Programme mit entsprechenden Kundenkarten und einer zusätzlichen Smartphone-App. Ein Kunde kann alle seine Kundenkarten durch den Einsatz von nur einem NFC-Chip ersetzen. Eine Umstellung auf NFC würde – ein NFC-fähiges Smartphone vorausgesetzt – lediglich eine Erweiterung der Applikation um NFC-Funktionen erfordern. Die Applikation dient als graphisches Interface für die NFC-Funktionen.

Der Ablauf des Einsatzes eines NFC-Loyalty-Programms am Point of Sale (POS) könnte wie folgt aussehen: 1) Der Kassierer scannt das Produkt ein. 2) Der Kunde führt sein NFC-fähiges Smartphone an den Reader. 3) Sollte der Kunde über einen Coupon verfügen, bekommt der Kassierer diesen
auf dem Display seines Kassensystems angezeigt. Eventuelle Rabatte werden
abgezogen. 4) Die Bonuspunkte für das Loyalty-Programm werden gutgeschrieben. 5) Der Vorgang ist abgeschlossen.

Auch Coupons können durch NFC abgewickelt werden. Der Vorteil von NFC-Kampagnen mit Coupons ist deren schnelle Anpassungsfähigkeit. Sie könnten an das Wetter, an die Situation, an den Ort oder auch an bestimmte Tageszeiten angepasst und verknüpft werden. So ist beispielsweise eine Kampagne möglich, bei der eine Autowerkstatt bei plötzlichem Wintereinbruch ad-hoc NFC-Coupons für einen Rabatt beim Reifenwechsel verschickt. Oder eine Drogeriekette hat die Möglichkeit – je nach Wetterlage – Gutscheine für Regenschirme oder Sonnencreme zu versenden. Ein Kunde kann den Coupon direkt verwerten, selbst wenn er unterwegs ist. Unternehmen erwarten sich von NFC-Coupons höhere Rücklaufquoten als von klassischen Coupons, da deren Verwendung integrativer Bestandteil des Zahlvorgangs ist (siehe den zuvor beschriebenen Ablauf) und somit keinen Mehraufwand für den Kunden darstellt.

Der Begriff Check-In, oder im deutschen Sprachgebrauch auch einchecken, war ursprünglich mit Flughäfen und Hotels verbunden. Doch in Verbindung mit NFC sind Check-Ins auch für das Marketing interessant geworden. Für Unternehmen ergeben sich durch spezielle Tags im Eingangsbereich von Läden beispielsweise die Möglichkeit der Kundenzählung oder Mitarbeiter können über Neuankömmlinge informiert werden. Werden Check-Ins in die Loyalty-Strategie der Unternehmen integriert, können sich Kunden Treueprämien verdienen.

Außerdem besteht die Möglichkeit einer Social Media Integration. Sämtliche Verwendungsmöglichkeiten von NFC können in sozialen Netzwerken wie Facebook, Flickr oder Twitter verbreitet werden. Das kann das Einchecken an einem bestimmten Ort, der Kauf eines bestimmten Produktes, das Überschreiten einer bestimmten Schwelle an Treuepunkten, die Interaktion mit einem reaktiven Display am POS oder ähnliches sein. Ein Transponder kann auch darauf programmiert werden, eine Statusmeldung in den Profilen der Nutzer bei sozialen Netzwerken abzusetzen. Über soziale Netzwerke lassen sich zudem virale Marketingkampagnen durchführen um so Word-of-Mouth zu initiieren.

NFC im Einzelhandel - Quelle: Flickr, Walmart Corporate, CC BY 2.0

NFC im Einzelhandel – Quelle: Flickr, Walmart Corporate, CC BY 2.0

Über den Autor: Philipp Demeter (XING) studierte Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Electronic Business und Marketing an den Universitäten Regensburg und Wien. Er ist Autor des Buches „Near Field Communication im Handel“ (erschienen im Peter Lang Verlag).

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2 Antworten zu “Einsatzmöglichkeiten von NFC im Handel – Gastartikel von Philipp Demeter

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