Secure Simple Pairing mit NFC – Gastartikel von Christian Andresen, Teil 2

Wer ein Android Gerät ab Version 4.0 hat, wird Beam kennen, die sehr smarte Implementierung von NFC und Secure Simple Pairing (SSP). Hier wird kein Verbindungsaufbau initiiert oder manuell eingerichtet, Android entscheidet das flexibel auf Basis der Inhalte. Ist der Anwender zum Beispiel im Browser und möchte die aktuelle Seiteninformation teilen, nutzt Beam einfach NFC für die Übertragung einer Smart Poster-Information, die auf der Gegenseite durch den Browser korrekt verarbeitet wird. Möchte der Anwender aber zum Beispiel ein Bild teilen, das deutlich größer als eine URL ist, aktiviert Beam Bluetooth, baut eine Verbindung zur Gegenstelle auf und nutzt das passende Profil, um das Bild auf die Gegenseite zu übertragen.

Eine Implementierung mit automatischer Analyse der Inhalte und passender Auswahl der Übertragung inklusive Verbindungsaufbau und gesicherten Datenübertragung. Einfacher geht es wohl kaum. NFC SSP aber beschränkt sich nicht nur auf Bluetooth oder WiFi. Praktisch alle Informationen lassen sich austauschen und verbinden. Warum nicht zum Beispiel 3G/4G Netzinformationen, wenn der Anwender beispielsweise im Ausland unterwegs ist? Verknüpfung von GPS-Informationen zu Geräten, zum Beispiel für Indoor-Navigation etc. Die Anwendungsbereiche sind vielzählig und innovativ.

Allerdings gibt es auch aktuelle Hindernisse und Herausforderungen. NFC SSP ist noch recht neu und entwickelt sich langsam, aber ständig weiter. Das vom NFC Forum definierte Verfahren für SSP im P2P-Mode wird aktuell nur von Android angeboten. Windows Phone hingegen hat im Moment nur das Pairing über Smarttags implementiert. Auch sind nicht alle Geräte in der Lage, vollwertige NFC-Implementierungen zu nutzen, sei es aus Kostengründen oder technischer Natur. Eine Tastatur zum Beispiel, die mittels Bluetooth und NFC an einem Tablett angeschlossen werden soll, hat meist nicht genug Systemressourcen, um aktive NFC-Lösungen zu tragen (CPU, Speicher etc.) und nicht jeder Anwender ist bereit, eine deutliche Preiserhöhung für diese Funktion zu bezahlen. Hier kommen Smarttags zum Einsatz, die nur Netzwerkadressen und keine Sicherheitsoptionen beinhalten. Damit kann zwar auch ein Pairing umgesetzt werden, muss aber auf das Betriebssystem und vor allem auf die Hardware abgestimmt werden.

Allen Anfangsschwierigkeiten zum Trotz: Im NFC-Pairing steckt Potential, Aufwertung etablierter Technologien (Bluetooth, WiFi etc.) und vor allem eine hohe Akzeptanz von den Anwendern. Welchen Vorteil das Pairing bietet, haben viele Anbieter bereits gezeigt, nicht zuletzt Zulieferer der Automobilindustrien, die Bluetooth und WiFi-Verbindungen zwischen Handy und Head-Unit im Auto herstellen. Freisprecheinrichtungen per Bluetooth und die komplette Benutzung des Handys im Auto-Display auf Basis höchster Sicherheitsstufen bringen der Industrie zukünftig Vorteile. Die Anwender haben bereits mobile Geräte mit allen nötigen Funktionen, wie Navigation, Multimedia oder Internet, die sie permanent nutzen. Logisch ist dann die Bindung dieser Geräte zum Auto. Dies erhöht die Nutzung durch die Anwender und reduziert die Kosten für die Fertigung.

Bleibt zu empfehlen, das Thema Pairing generell nicht nur technisch zu bewerten. Wenn Geräte sich über Bluetooth oder WiFi verbinden können, können sich auch zum Beispiel Kunden mit dem Einkaufszentrum verbinden, um Inhalte auszutauschen. Pflegedienste können sich mit Einrichtungen privater Wohnungen verbinden und sei es dabei nur der Zugang zur Wohnung selbst, also dem Schlüssel. Mitarbeiter verbinden sich zu Unternehmensressourcen, egal ob in temporär gemieteten Räumen oder unterwegs über das Internet.

Schnelles und sicheres Pairing mit NFC - Quelle: Stollmann E+V GmbH

Schnelles und sicheres Pairing mit NFC – Quelle: Stollmann E+V GmbH

Über den Autor: Christian Andresen (XING) verantwortet weltweit den NFC-Bereich bei der Stollmann E+V GmbH (www.stollmann.de) und damit verbunden das strategische Marketing und Business Development. Seit 2007 entwickelt Stollmann NFC-Protokollstacks und liefert damit die wichtigen Treiberkomponenten für die verschiedenen Ökosysteme wie zum Beispiel Mobilfunk, Consumer-Produkte, Automotive, Medizin, Handel und Banken. Christian Andresen besitzt daher eine umfangreiche Erfahrung im NFC-Projektgeschäft und greift auf ein internationales Netzwerk von Integratoren zu.

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