NFC 2.0 durch Crowdfunding

Im NFC-Ökosystem geht es um sehr viel Geld. Gemeint sind hiermit einerseits notwendige Investitionen in die Infrastruktur, um vorhandene Installationen am POS und POI mit der neuen Kontaktlos-Technologie auszustatten. Hinzu kommen nicht zu unterschätzende Ausgaben für Marketing und Vertrieb. Andererseits versprechen sich die Marktakteure durch den Einsatz von NFC höhere Umsatze oder gänzliche neue Erlösquellen, allen voran bei der Zahlungsabwicklung im Mobile Payment. Was aber tun, wenn man gar kein Global Player ist und einem keine millionenschweren F&E- und Marketing-Budgets zur Verfügung stehen?

Ein Ansatz, der in jüngster Zeit zunehmend an Popularität gewinnt, ist das sogenannte Crowdfunding. Anders als beim klassischen Venture Capital mit zumeist einem einzelnen, großen Finanzier, basiert Crowdfunding auf einer Vielzahl kleiner, stiller Beteiligungen. Entscheidend ist hierbei zumeist weniger die Reputation des Anbieters, sondern vielmehr die Anwender gerichtete Vermittelbarkeit einer guten Idee. Ein aktuelles Beispiel im NFC-Bereich ist die Firma Flomio aus Miami, Florida. Über eine Crowdfunding-Plattform im Internet wird gegenwärtig Startkapital gesammelt, um einen NFC-fähigen Dongle namens FloJack für das iPhone 5 zur Serienreife zu führen. Momentan fehlt noch ein Großteil des benötigten Geldes, doch verdeutlich Flomio die prinzipielle Möglichkeit der Fremdfinanzierung kleiner, spezieller NFC-Lösungen.

Mit ihren Ambitionen, den NFC-Markt mit einem eigenen Produkt zu erobern, ist Flomio nicht allein. Uns erreichen zunehmend Anfragen von KMUs oder gründungswilligen Startups, die mit innovativen Ideen und Nischenlösungen das Potenzial der NFC-Technologie für den Anwender nutzbar machen wollen und hierfür weitere Projektpartner oder Investoren suchen. Häufig wird dabei zunächst das Thema NFC Payment bemüht. Die Hürden einer Banklizenz oder allein das Verbinden mit entsprechenden Marktteilnehmern lassen dann schnelle andere Anwendungen in den Entwicklungsfokus rücken. Zudem wird nicht jedes derzeit getestete Erlösmodelle im Mobile Payment erfolgreich sein, First Mover Advantage und Web 2.0 Gedanke hin oder her.

Alternative Themen gibt es vor dem Hintergrund des wachsenden NFC-Ökosystems zum Glück genug und viele eignen sich insbesondere für kleine Unternehmen, um gezielt beherrschbare Nischen zu besetzten. Natürlich sind NFC-Nachrüstsets zumeist Übergangslösungen und von kurzer Lebensdauer, der Erfolg von Angeboten wie Square und Co. zeigt jedoch, dass sich auch hiermit zunächst Risikokapital sammeln und später Geld verdienen lässt. In diesem Kontext sollten auch die etablierten Marktgrößen des NFC-Ökosystems nicht untätig sein und kleinere Marktteilnehmer bei Ihrer Arbeit unterstützen beziehungsweise monetär fördern. Nur wenn NFC in möglichst vielen verschiedenen Alltagssituationen zum Einsatz kommt, wird die Vision smarter Lebens- und Arbeitswelten zu letztendlich vertretbaren Gesamtkosten realisierbar sein.

Mehr Informationen zu NFC auf Kickstarter und CNM-Hannover.

NFC Crowdfunding, die Menge macht‘s! – Quelle: Flickr, Images_of_Money, CC BY 2.0

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