NFC-Payment bleibt Herausforderung: Das Beispiel ISIS USA

Die Zeit des Wartens scheint vorüber: ISIS, ein Mobile Payment Joint Venture der drei Mobilfunkanbieter Verizon, AT&T und T-Mobile, geht aller Voraussicht nächsten Montag in den Testbetrieb. Zunächst wird der NFC-Dienst nur von T-Mobile in den beiden Städten Austin, TX und Salt Lake City, UT angeboten. Für amerikanisch Verhältnisse und angesichts hunderter Millionen Mobilfunkkunden insgesamt eine überschaubare Größenordnung. Nach mehreren Verzögerungen und manch Unstimmigkeit innerhalb des Konsortiums dennoch ein wichtiger Schritt für das NFC-Ökosystem.

Denn bei ISIS handelt es sich nicht nur um eine reine Bezahllösung. ISIS ist eine vollwertige Digital Wallet, wie sie derzeit von fast allen Netzbetreibern weltweit entwickelt wird. Mit ihr können verschiedene Bezahlformen wie Prepaid, Debit oder Kredit ebenso bequem über eine Benutzeroberfläche abgebildet werden, wie Loyalty- und Couponing Aktionen des Einzelhandels. Die technischen Voraussetzungen für die Nutzung von ISIS sind entsprechend umfangreich und anspruchsvoller, als beispielsweise beim jüngst in Deutschland gestarteten Bezahlverfahren mpass auf Sticker-Basis. Neben einem passenden NFC-Smartphone bedarf es für ISIS eigens einer neuen NFC-SIM-Karte.

Wie bei allen MNO-zentrierten Payment-Lösungen, ist diese NFC-UICC Dreh- und Angelpunkt sämtlicher verknüpfter Funktionen. Doch genau hierin liegt nach wie vor die Herausforderung: Jedes ernstzunehmende Payment-Angebot muss aus einem Zusammenschluss verschiedener Partner über mehrere Wertschöpfungsstufen hinweg bestehen und sich auf einen zentralen Aggregator einlassen. Wie Google, so hatte und hat auch ISIS insbesondere im Einzelhandel seine liebe Not, attraktive Partner für strategische Allianzen zu finden. Dass bei einem solch langwierigen Prozess auch einstige Treiber wieder abspringen können, zeigte jüngst das Beispiel Wal-Mart. Dieser Probe werden sich auch die deutschen MNOs noch stellen müssen.

Was bleibt ist die Frage, wo sich der Verbraucher unabhängig über das Für und Wider der verschiedenen NFC-Lösungen informieren kann und welches System in Kategorien wie Usability und Angebotsvielfalt oder Sicherheit und Datenschutz punkten kann. Für behördliche Einrichtungen scheint die Innovationsgeschwindigkeit im Mobile Payment Segment für ein Empfehlungsschreiben zu hoch. Wahrscheinlich wird allein der Endverbraucher durch sein Votum dafür Sorge tragen, dass sich schlussendlich im Wettbewerb Qualität und echte Mehrwerte durchsetzen.

Mehr Informationen zu NFC auf FierceMobileContent und CNM-Hannover.

ISIS Mobile Wallet – Quelle: Flickr, tuija, CC BY-NC-SA 2.0

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2 Antworten zu “NFC-Payment bleibt Herausforderung: Das Beispiel ISIS USA

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